Poi-Geschichte und Māori

Geschichte - die traditionellen Poi der Māori

poi-spielendes Māori-KindDas Wort Poi entstammt der Sprache der Māori (Betonung auf dem "A mit Makron" also dem "ā", ältere Schreibweise auch: "Maori") und bedeutet unter anderem "Ball". Fernere Quellen behaupten, dass "fliegender Fisch" eine weitere Übersetzung ist. Das ist jedoch nicht hinreichend belegt. Poi sind nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen, traditionellen Gericht der Hawaiianer, die mit den Māori sprachverwand sind. Die Māori sind die Ureinwohner Neuseelands und machen dort heute etwa 10-15% der Bevölkerung aus. Ihre Kinder lernen das Poi-Schwingen in der Schule, um an die historische traditionelle Kultur anzuknüpfen.
Die Poi der Māori wurden ursprünglich aus Raupo und Flachs gefertigt, werden heute jedoch mit leichter zu verarbeitenden Materialien hergestellt (siehe auch Māori-Poi).
Wie lange Poi schon existieren, ist leider nicht genau bekannt. Touristenberichten zufolge sprechen die Ältesten der Māori von einem Zeitraum von über 1.000 Jahren. Verschiedene Quellen berichten von einer Besiedlung Neuseelands durch die Polynesier zwischen dem 9. und 13.Jh. Neuere Forschungen lassen allerdings bisher frühestens ab 1280 auf eine Besiedlung Neuseelands schließen. In Polynesien waren Poi bislang nicht traditionell bekannt. Daher könnten es, streng genommen, noch keine 1.000 Jahre sein.
Man sagt, als erstes wurden sie von den Māori-Kriegern benutzt, um Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit, Kraft und Ausdauer bei der Jagd und beim Kampf zu trainieren. Manchmal wurden von ihnen sogar Steine als Heads verwendet. Die Schnüre sind hier meist eher kurz, zwischen 20 und 40 cm. Später wurden sie auch von den Frauen genutzt. Hier sind die Schnüre der Poi mitunter etwas länger, bis zu etwa 70 cm. Die Länge der Poi hängt auch von den Traditionen der unterschiedlichen Stämme ab. Die Frauen schwingen die Poi zur Musik und stärken damit vor allem ihr Rhythmus-Gefühl und verbessern die Geschmeidigkeit ihrer Bewegungen.

Der Haka

Māori Poi-TanzHaka ist ein allgemeiner Begriff für traditionelle Tanz-Aufführungen bei den Māori ("haka" = tanzen, darstellen, performen). Beim Haka kommt der gesamte Körper zum Einsatz. Das sind nicht ausschließlich die Kriegstänze, deren Zweck es war, den Feind einzuschüchtern und zu beeindrucken (siehe: "Videobeispiel für einen Haka als Kriegstanz"). Haka sind auch die Tänze, bei denen besonders Frauen Instrumente spielen, singen, bzw. Poi schwingen (Frauen und Gesang siehe "Videobeispiel").
Neue, modernere Ausdrucksformen mit den Poi werden unter den "Pākeha" (= Nicht-Māori) Poi-Spiel, Poi-Tanz oder ferner Poi-Dance genannt. Diese haben aber selten Hakas zum Vorbild.

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Jüngere Geschichte und Poi-Fakten

Die jüngere Geschichte der Poi ist ein interessantes Kapitel eines verhältnismäßig kurzen Zeitraums. Augenzeugen berichten im Poiforum, dass Ende 1989 zum ersten Mal "Nicht-Māori" begannen, das Poi-Schwingen zu erlernen. Außerhalb von Neuseeland wurden Poi zum ersten Mal in Thailand gesehen. 1996 kamen dann Feuerpoi hinzu (siehe auch: "Erste Aufnahmen von Feuerpoi-Spielern", ab ca. 3:30min).

Ab etwa 2002/2003 begann die Anzahl der Poi-Spieler sprunghaft auf der ganzen Welt anzusteigen. Mit stetiger Weiterentwicklung der Spielkunst entstand zunehmender Kommunikationsbedarf, was sich z.B. in neu entstehenden Begrifflichkeiten widerspiegelt (siehe auch Poi).

Poi-Spielen ist Sport, Kunst und Spielspaß zugleich. Es werden die unterschiedlichsten Bereiche des menschlichen Gehirns interaktiv angesprochen. Berichten zufolge kann Poispielen auch bei Menschen mit kognitiven Störungen positive Erfolge zeigen. Poi werden heute vereinzelt auch zu bewegungstherapeutischen Zwecken verwendet. Poischwingen trainiert neben der Hand-Auge-Koordination auch die Konzentration. Die gesamte Körperkontrolle, die Ausdauerkraft und die Flexibilität der Muskeln und Gelenke wird verbessert. Es werden hauptsächlich die Muskeln des Oberkörpers angesprochen, wie zum Beispiel die Schulter-, Brust- und Oberarmmuskulatur. Ein erfahrener Poi-Spieler/ -Tänzer/ -Artist kann durchaus die gesamte Körpermuskulatur beim Spielen einsetzen.

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Dank an/ Quellen (Stand 2012-01-19):
Deutsch:
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